Sonntag, 24. August 2014

Auf den Hund gekommen

© sonnengereift

Im Moment habe ich es wirklich mit Hunde-Motiven. Da mich diese Tiere begleiteten, bis ich meine erste Studenten-Bude bezog, mangelt es gerade auch nicht an Einfällen.

Bei dem oben abgebildete Duo handelt es sich um Tiffy und Samson. Eigentlich heißen sie anders, aber im Nachhinein finde ich, sind das die perfekten Namen für die beiden. Der gutmütige Samson lebte ein luxuriöses, bequemes Hundeleben im Haus und Garten meiner Eltern. Sein beschaulicher Alltag kehrte sich um 180 Grad, als meine Mutter eines Tages mit einer Hundebox ankam, in der sich die kleine Tiffy befand.

Tiffy kommt eigentlich aus Kroatien. Mein Onkel fand sie dort, als sie nicht älter als zwei Wochen sein konnte, mitten auf einer Landstraße. Jemand hatte einen Wurf schwarz-weiß gefleckter Welpen zum Überfahren auf dem Asphalt verstreut. Nachdem mein Onkel sie mit der Pipette aufgepäppelt hatte und seine alte Hündin ein ums andere Mal verdeutlichte, dass sie keinen weiteren Vierbeiner duldet, fand Tiffy den Weg zu uns - und zu Samson.

Samson wusste nicht so recht, wie im geschah. Die kleine Kroatin hatte viel Temperament. Sonnte sich Samson auf der Terrasse, begann sie am Besen zu reißen, bis der Stiel laut klappernd auf die Fliesen fiel. Warum tut sie das?, schien der gute Samson dann zu fragen, sein langes Hundegesicht war ein einziges Fragezeichen.

© sonnengereift

Und wenn er gerade herzhaft in sein Mittagessen beißen wollte - der Setter kam in den Genuss des "Barfens", er vertilgte also rohes Fleisch am Stück - schnappte ihm der kleine Teufel die ganze Portion vor der Nase weg. Auf der Straße geht's ums nackte Überleben, schien Tiffy ihm dabei mit vollem Maul und augenzwinkernd zuzurufen.

All diese kleinen Ärgernisse für Samson, konnten aber nicht die Freude trüben, die Tiffy in sein Leben brachte. Endlich hatte er eine Lebensaufgabe: Mama sein, für ein Welpen-Waises. Und dieser Aufgabe kam er leidenschaftlich nach. Tiffy durfte auf ihm rumturnen und schmusen und all das Rudelgefühl  nachholen, dass ihr in den ersten Lebenswochen entsagt wurde. Umgekehrt war sie ihm der beste Spielpartner, wenn ihn seine ungeklärten Bauchschmerzen quälten - jeden Nachmittag, egal was der arme Kerl zu sich nahm.

Viel zu kurz war diese schöne Zeit für die beiden. Denn der Hunde-Gott entschied, den lieben Samson nach nur drei Lebensjahren zu sich zu nehmen.

Nun muss die kleine Tiffy meinen Eltern die Wurst vom Teller ziehen. Ob sie manchmal noch an ihren Ersatz-Mama-Rüden denkt? Ganz bestimmt. Die vielen lustigen Erinnerungen, werde ich hier nach und nach zeichnen. Das habe ich mir ganz fest vorgenommen.

Kommentare:

  1. Hihi, ich finde die beiden haben ganz viel Charme :)

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    1. Danke :-) Ja, die beiden waren schon eine ganz lustige Kombi

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  2. Wir haben jetzt auch einen Hund zuhause - die haben echt viel Charakter^^ Hast du schön eingefangen :)

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    1. Danke, ja wenn man einen Hund zuhause hat studiert man dadurch ja mit der Zeit automatisch seine Bewegungen und seine Mimik - das ideale Motiv dadurch eigentlich zum Zeichnen. Bei anderen Tieren würde es mir glaube ich schwerer fallen, da ich sie einfach nicht so intensiv beobachtet habe. Vielleicht taucht dein Hund ja auch einmal in einem deiner Comics auf - würde mich mal interessieren, was das für einer ist.

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