Sonntag, 29. Juni 2014

Durst



© sonnengereift


© sonnengereift

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Bleistift, Tusche

Ich habe Durst. Ich habe immer wieder Durst, etwas Neues auszuprobieren. Etwas, das ich noch nie gemacht habe. Ein Freund sagte es neulich so schön: "Das Leben ist ein Buffet. Mal hier naschen, mal dort etwas probieren."

Für diese drei Bilder habe ich mich selbst fotografiert und die Fotos anschließend abgezeichnet (die Ähnlichkeit lässt ziemlich zu wünschen übrig). Das Colorieren mit Tusche übe ich noch, habe dafür aber einen guten grundsätzlichen Hinweis bei Farbensammler gefunden: Auf seiner Website gibt Alexander den Tipp, das abzuzeichnende Foto in Photoshop mit einem Kunstfilter zu abstrahieren - dann erkennt man die Farbflächen besser. Das hat mir echt geholfen, Schattierungen zu setzen. Hat sonst noch wer Tipps?


Freitag, 27. Juni 2014

Heute so

© sonnengereift

Urlaub macht, dass alles auf dem Kopf steht. Dass Montag Samstag ist, dass abends morgens ist, dass es Mittagessen zum Frühstück gibt.

Kugelschreiber.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Rein und raus

© sonnengereift

Wieder einmal ging es heute durch einen Wald - ja, ich habe Urlaub und die letzten Tage nutze ich noch einmal richtig aus - und eben zeichnete ich noch eine kleine Impression. Das Ziel war dieses Mal eine Höhle aus rotem Sandstein. Drinnen war es ein bisschen gruselig und beklemmend, aber total beeindruckend.

Bleistift, Tusche und die Auto-Korrektur von Irfan-View (eigentlich sind die Farben nicht so kräftig). 

Mittwoch, 25. Juni 2014

Und weiter geht's im (T)akt...

Noch ein Versuch mit Hilfe de Winters Modellenboek
/ © sonnengereift

Heute habe ich bei Wind und Wetter draußen gezeichnet. Das heißt, mit heißgeliebten Modellenboek, Skizzenblock und Stift auf der Sonnenliege balancierend, außerdem mit einer Decke gegen plötzliche Windböen, einer Kappe wegen der immer wieder zwischen aufreißenden Wolken durchknallenden Sonne plus Lesebrille. Das sah im Gesamtbild wahrscheinlich nicht halb so elegant aus wie das Aktmodell, das sich auf Seite 18 des besagten Lehrbuchs räkelt - und das ich hier mit Bleistift gezeichnet habe.

Tolle Ergebnisse kreativer Ausbrüche in der Natur könnt ihr übrigens auch bei  Le Rêve éveillé sehen.

Dienstag, 24. Juni 2014

Was für ein Akt


Vergriffen und nur noch gebraucht zu erhalten
/ Buchcover © Cantecleer 

Mein erster Eintrag zu meinem neuen Label "Übers Zeichnen". Inspiriert von Alex Steeles Beitrag über ihr Skizzenbuch habe ich beschlossen, hin und wieder über meinen Lernprozess des Zeichnens zu schreiben. Denn warum starte ich dieses Blog? Um mich auszutauschen mit anderen, die auch gerne zeichnen und schreiben - es ist doch eine wunderbare Sache, sich gegenseitig Tipps zu geben. Seit einer Woche widme ich mich dem Akt. Dazu habe ich ein - wie ich finde - ganz unglaublich hilfreiches Buch gefunden: Das "Modellenboek voor Anatomie Tekenen" von Willebrord de Winter.

Sonntag, 22. Juni 2014

Freischwimmer

Es rauscht und es gluckert / © sonnengereift 
Tusche, Bleistift

Da ist nur sie und das Wasser. Nur sie und diese ganz besondere Stille, die eigentlich gar keine Stille ist. Denn es rauscht und es gluckert. In diesem Moment der Schwerelosigkeit fühlt sie sich wieder ursprünglich, reduziert auf ihren innersten Kern, den sie eigentlich immer mit sich trägt. Den sie manchmal weniger fühlt und der jetzt ganz und gar da ist. Jetzt ist sie einfach ein pulsierender Organismus. Ein Mensch.


© sonnengereift

Ich wollte schon lange mal ein Wasser-Bild zeichnen. Und heute nach einem Besuch im Schwimmbad, war ich in der richtigen Stimmung dazu. Dieses Bild hat einfach nur Spaß gemacht. Hier nochmal ein etwas anderer Ausschnitt. 
 

Samstag, 21. Juni 2014

Besuch...

... von zwei Ringeltauben auf meinem Balkon. Ein schönes Motiv für eine schnelle Skizze.

 © sonnengereift

Waldgedanken

Waldmensch und junger Hirsch
© sonnengereift

Die gestrige Wanderung durchs Grün war doch sehr inspirierend. Vertreibt sämtliche "Regengedanken" wie Alex Steele so schön sagt und zeichnet.

Wenn ich lange genug durch einen Wald gehe, erinnere ich mich an viele schöne Dinge aus meiner Kindheit. Zum Beispiel habe ich mir gestern einen Hang angesehen mit über und über bemoosten Steinen und vielen kleinen Wurzeln. Da könnte man die schönsten Geschichten reindenken, von Wurzelkindern und Zwergen, Mäusefamilien und anderen Waldbewohnern. Da dachte ich auch sofort wieder an mein heißgeliebtes Kinderbuch "Etwas von den Wurzelkindern". Das liebevoll illustrierte Bilderbuch von Sybille von Olfers erschien erstmal 1906 und dann später im Esslinger J.F. Schreiber Verlag.


Etwas von den Wurzelkindern
/  Buchcover © Verlag J.F. Schreiber, Esslingen


Freitag, 20. Juni 2014

Das verschlafene Schlösschen

Ein Schloss wartet auf seinen Prinzen... 
/ © sonnengereift

Heute beim Wandern entdeckt: Ein wunderschönes Fachwerk-Schlösschen mitten im Wald. Einfach zauberhaft, wie es dort versteckt zwischen Hecken und Bäumen seinen Dornröschen-Schlaf hält. Als ob es auf seinen Prinzen wartet, der kommt und es wach küsst.

Kulli, Tusche. 

Tolle Waldimpressionen findet ihr übrigens auch bei Lussekatts Liv - und zwar im Schweden-Stil. 

Mittwoch, 18. Juni 2014

Kleine Revolte am Rande

Ja, ich liebe den Sommer. Ohne Zweifel. Sonnenschein, laue Abende auf dem Balkon - das ist schön.

Aber ich bin ein Herbstkind. Und um mich herum schreien alle empört auf, wenn ich schon jetzt meine Freude über die kühleren Monate im Jahr verlauten lasse. Meine Freude über die ersten gelben Blätter, die in der Herbstsonne leuchten. Und über den festen Mantel, der noch vom Winterschlaf den Geruch der alten Holztruhe in sich trägt. Meine Freude über die Regentropfen, die an meinem Schirm anklopfen und mich zu zügigeren Schritten anspornen. Ja, ich gebe zu: Herbst, ich freue mich auf dich!

Manchmal ist er wirklich nicht pflegeleicht, der Herbst...
 / © sonnengereift



...aber das ändert nichts an meiner Liebe zu ihm
© sonnengereift
Finliner, Buntstifte


Nachtrag vom 7. September 2014:
Bei cherish each day findet ihr noch viele weitere Einträge zum Thema Herbst.



Dienstag, 17. Juni 2014

Lieselottes Enttäuschung

Ein Schätzchen vom Flohmarkt / © sonnengereift

Diese Nachttischlampe habe ich auf dem Flohmarkt gefunden. Wie viele Besitzer das gute Stück wohl schon hatte? Ich stelle mir vor, dass es über eine Haushaltsauflösung auf dem Flohmarkt gelandet ist. Diese Geschichte könnte das Lämpchen erzählen:

Seine Vorbesitzerin hieß Lieselotte. Lieselotte bewohnte bis zu ihrem Tod eine Dreizimmer-Altbauwohnung in einer ruhigen Seitenstraße, zentral gelegen. Jeden Morgen ging sie zu ihrem Briefkasten, um mit dem mittlerweile so vertrauten Gefühl von Enttäuschung wieder zum Frühstückstisch zurück zu kehren. Die Enttäuschung war Lieselottes ewiger Begleiter. Zum ersten Mal Bekanntschaft machte sie mit der Enttäuschung als sich ihr Verlobter Friedrich freiwillig zur Front meldete. Damals machte es sich die Enttäuschung gemütlich in Lieselottes Bauch. Und blieb.

Anfangs schrieb Friedrich regelmäßig. Erzählte von Kameraden, die fielen, sich verletzten, desertierten. Dann kam nichts mehr. Und Lieselotte wartete. Sie wartete jeden Morgen am Frühstückstisch und starrte auf Friedrichs unberührtes Gedeck. Sie starrte aus dem Fenster und wartete auf den Briefträger. Sie starrte auf die Wohnungstür, die sie ihrem Nachbarn Herrn Mundholz vor der Nase zuschlug. Jeden Abend starrte sie vor dem Schlafengehen auf Friedrichs Foto. Wie er da mit stolzer Brust in seiner Uniform in die Kamera lächelt, verwegen, bereit für ein Abenteuer. Dann löschte sie das Licht ihrer kleinen Nachttischlampe und Friedrichs Lächeln begleitete sie in paar traumlose Stunden des Vergessens.

Bleistift, Tusche. 

Was für tolle Sachen ich heute entdecke! Bei Frau Wien könnt ihr bei der Sommerpost mitmachen. Ein ganz wundervolle Idee, finde ich. 

Montag, 16. Juni 2014

Aufs Land

Die Serpentinen rauf und runter / © sonnengereift

Vor ein paar Tagen zog es mich raus aus der Stadt aufs Land zu einer Freundin. Fast eine Stunde lang ging es die Serpentinen rauf und runter. Die "Einheimischen", die jede Kurve wie ihre Westentasche kennen, rasten mit entgegen. Ich drängte mich dann immer nur an den Rand und wartete bis es vorbei war.

Meine Freundin wohnt an einem Waldrand. Als ich endlich auf die Toreinfahrt zufuhr stand da auch schon ihre dreibeinige Hündin Mara. Sie sieht ein bisschen kurios aus. So als hätte jemand einfach ihr viertes Bein wegretuschiert.

Mara auf drei Beinen / © sonnengereift

Sie bewegt sich mit großen Hüpfern voran, für die sie sich mit ganzer Kraft vom Boden abstößt. Ihr Begrüßung fällt eher wachsam denn freundlich aus, immer etwas skeptisch. Mara kam über einen Tierschutzverband zu meiner Freundin. Wenn sie sprechen könnte - Ich frage mich oft, was sie zu erzählen hätte.

Bleistift, Tusche.

Mit dem technischen Zeichnen habe ich es nicht so, wie man unschwer an dem Auto erkennen kann. Aber Tiere machen Spaß. Bei M.Garanin gibt es heute Ente und Hund - ganz klassisch im Profil. 

Sonntag, 15. Juni 2014

Ao Yun

© sonnengereift

Tusche auf Pappe 

Ich habe ihn Ao Yun getauft. Er rennt und rennt und rennt. Jeden Tag mindestens zwei Stunden. Eher drei Stunden. Sein Vater hat immer gesagt: “Nur in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist”. Ist Ao Yuns Geist noch gesund? Manchmal ist er sich da nicht mehr so sicher. Dann rennt und rennt und rennt er.

Martha

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Tusche auf Pappe

Ich finde, sie sieht wie eine Martha aus. Und ich denke, Martha möchte später einmal Fallschirmspringerin werden. Als Fallschirmspringern muss sie drei Dinge können. Erstens: Ins Unbekannte springen. Das übt Martha, indem sie sich mit geschlossenen Augen rückwärts ins Schwimmbecken plumpsen lässt. Zweitens muss eine Fallschirmspringerin alles, wirklich alles essen. Eine Windbö könnte sie auf eine einsame Insel wehen und dort müsste sie sich fortan an von Käfern und Gras ernähren. Das übt Martha, indem sie regelmäßig einen Ameise nascht. Und drittens muss eine Fallschirmspringerin die Kunst des Lügens beherrschen. Denn es könnte auch sein, dass die Windbö sie in ein Räubernest weht. Und um zu Überleben, muss sich die Fallschirmspringerin fortan als Räuberin ausgeben. Das übt Martha, indem sie vor ihren Schulfreundinnen hin und wieder ein klitzekleines bisschen schwindelt. Aber nur ein bisschen.


Irina

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Tusche auf Packpapier 

Irina - Der Name kam mir sofort in den Sinn, als ich meine fertige Zeichnung betrachtete. Irina hat heute Nacht von einem Märchenschloss geträumt. Sobald sie eine der gewaltigen Flügeltüren öffnete, stand sie in einem Saal mit drei weiteren Türen. Im blank polierten Parkett konnte sie ihr Spiegelbild sehen. Und die Fenster hatten golden Rahmen.

Frau Lan

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Tusche, Aquarell, transparentes Zeichenpapier, Tesa-Film

Das ist Frau Lan. Sie liebt frisches Erdbeereis. Das erinnert sie an die schwieligen Hände ihres Großvaters. Als sie ein kleines Mädchen war, nahm er sie manchmal an die Hand und ging mit ihr zum Eismann.

Eduardo

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Tusche auf Packpapier

Ich finde, dieses Gesicht sieht nach einem Eudardo aus. An Regentagen sitzt Eduardo gerne vor dem Fenster und beobachtet die herablaufenden Tropfen. Immer schneller und schneller ziehen sie ihre Bahnen im Rennen um den besten Platz.

Mathilda

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Tusche auf Pappe

Mir war sofort klar, dass dieses Mädchen Mathilda heißen muss. Die Zeit ist schon ein seltsames Ding, findet Mathilda. Manchmal rinnt sie ihr wie Sand durch die Finger. Doch im Moment, fünf Minuten vor der Bescherung, zieht sie lange Fäden wie zäher Leim.